Proteste gegen Überfischung der Ostsee

Bedrohte Dorschbestände

Greenpeace-Schwimmer haben heute im Seegebiet des "Bornholm Tiefs" gegen die weitere Überfischung der Ostsee protestiert. Das "Bornholm Tief" ist das letzte verbliebene Laichgebiet für die vom Aussterben bedrohten Dorschbestände in der Ostsee. Die Region ist Teil der von Greenpeace geforderten großflächigen Schutzgebiete. "Wenn die Fischer in der Ostsee auch morgen noch etwas im Netz haben wollen, brauchen wir dringend große Schutzgebiete", sagt Iris Menn, Meeresbiologin von Greenpeace. So sollten in den Schutzgebieten Fischerei, Öl- und Gasförderung verboten sein. Nur so ließen sich Arten und Lebensräume schützen, und die Fischbestände hätten eine Chance sich zu erholen. Beispiele aus Neuseeland und den USA zeigten, das Schutzgebiete zu einer Erholung der Fischbestände führten und der lokal ansässigen Fischindustrie zum Aufschwung verhelfen würden.

Denn Fische aus gesunden Beständen innerhalb der Schutzgebiete wanderten auch in die umliegenden Gebiete. Dieser Effekt komme der Fischerei an den Rändern der Schutzgebiete zu Gute.

Das "Bornholm Tief" liegt nord-östlich der dänischen Insel Bornholm und ist Teil eines der elf von Greenpeace vorgeschlagenen Schutzgebiete für die Ostsee. Nur hier findet der Dorsch noch genügend sauerstoffreiches Wasser, das für die Entwicklung der Fischeier notwendig ist. Greenpeace kreuzt seit zweieinhalb Wochen mit der "Beluga II" in dem Gebiet und bittet Fischer, das geforderte Schutzgebiet zu verlassen. Zudem seien die Fischer in den Häfen von Bornholm und entlang der Südküste Schwedens über die Forderung nach großflächigen Schutzgebieten informiert worden. Dabei habe die Organisation breite Zustimmung bei den Fischern gefunden.