Wirtschaftsinstitut warnt vor Senkung der Ökosteuer

100 Dollar pro Fass Öl

Trotz der Rekordpreise an den internationalen Rohölmärkten hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin die Bundesregierung eindringlich vor einem Absenken der Öko- und Mineralölsteuer gewarnt. "Ein Konjunktureffekt würde dadurch kaum eintreten, während sich aber schlagartig neue Löcher im Staatshaushalt auftäten", sagte die Chefin der DIW-Abteilung Energie, Umwelt und Verkehr, Claudia Kemfert, der "Berliner Zeitung". Entsprechende Maßnahmen wären "populistisch", sagte die Wissenschaftlerin.

Politisch sei es vielmehr sinnvoll, die erneuerbaren Energien und alternative Fahrzeug-Antriebe weiter zu fördern, um die Abhängigkeit von Brennstoffen wie Öl und Gas zu verringern, betonte die DIW-Expertin. Die Verbraucher müssten sich angesichts einer steigenden Weltnachfrage auf Sicht von 10 bis 30 Jahre an Erdölpreise von 50 Dollar pro Fass (159 Liter) gewöhnen werden. Nach oben sei die Grenze dann offen. "Auf Sicht von 40 oder 50 Jahren halte ich Preise von 100 Dollar oder mehr für möglich", sagte Kemfert. Am Dienstag hatten die Rohöl-Preise an den Handelsplätzen in Fernost und den USA erstmals die 50-Dollar-Marke durchbrochen.