headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Saarland verzichtet auf Papier aus Regenwaldzerstörung

Besser Recyclingpapier

Die saarländische Landes-verwaltung will auf Papier aus Regenwald-zerstörung verzichten. Wie die Umweltschutzorganisation Robin Wood mitteilte, hat das Finanzministerium des Saarlands bisher Kopierpapier mit Fasern aus Regenwald-Holz verwendet und dieses jetzt ausgelistet. Der Hersteller habe auf Sumatra Einheimische von ihrem Land vertrieben und großflächig Regenwald zerstört. Die Umweltschützer forderten die öffentlichen Verwaltungen in anderen Bundesländern auf, ihre Papierbeschaffung zu überprüfen und auf Recyclingpapier umzustellen.

Robin Wood hatte das im Finanzministerium verwendete Papier der Marke "Excellent Copy" untersuchen lassen und dabei festgestellt, dass darin Fasern von Tropenholz aus dem Regenwald stecken. Der Papierhersteller habe auf Sumatra bereits rund 300.000 Hektar Regenwald für die Zellstoffproduktion vernichtet - eine Fläche, die größer ist als das Saarland. Durch die Entwaldung seien in Indonesien immer mehr Menschen von Überschwemmungen und Erdrutschen betroffen.

Robin Wood konfrontierte das Finanzministerium mit den Rechercheergebnissen und erhielt nun die Antwort, dass "die Zentrale Materialbeschaffungsstelle beim Landesamt für Finanzen den Bedarfsstellen der saarländischen Landesverwaltung mitgeteilt [hat], dass das Kopierpapier 'Excellent Copy' aus dem Leistungsverzeichnis herausgenommen wurde. Die Bedarfsstellen sind gehalten, darauf zu achten, dass die Lieferfirma künftig kein Kopierpapier 'Excellent Copy' mehr ausliefert". Der Lieferant des Papiers, das Offenbacher "Bürohaus Schneider" erklärte nach Angaben von Robin Wood ebenfalls, künftig kein Papier mehr von Konzernen zu beziehen, die den Regenwald auf Sumatra zerstören.

Robin Wood informierte außerdem das Umweltministerium. Dieses verwies darauf, kürzlich eine Ministerratsvorlage zum "Einsatz von Recyclingpapier in der saarländischen Landesverwaltung" auf den Weg gebracht zu haben. Wann diese umgesetzt wird, ist aber noch offen.

"Die Steuerzahler haben sicher wenig Verständnis dafür, wenn für die Papierflut in den Verwaltungen Menschen vertrieben und Urwälder zerstört werden", sagte Jens Wieting, Tropenwaldreferent bei Robin Wood. "Die soziale und ökologische Alternative ist Recyclingpapier."

Die Umweltschützer forderten Bund, Länder und Gemeinden auf, bei der öffentlichen Beschaffung "konsequent auf Produkte aus zerstörerischer Waldnutzung zu verzichten" und von ihren Lieferanten zu verlangen, solche Produkte nicht mehr anzubieten. Besondere Vorsicht sei bei dem Lieferanten Papier Union geboten. Denn Papier Union - einer der führenden Papiergroßhändler in Deutschland, der auch viele Verwaltungen beliefert - vertreibe trotz weltweiter Proteste weiterhin Papier des April-Konzerns.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!