Bund, Länder und Autoindustrie zeigen zu wenig Engagement für Dieselrußfilter

Aktuelle Liste "Diesel mit Filter"

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat am Freitag eine aktualisierte Liste aller Diesel-Pkw mit Rußfilter veröffentlicht. Danach sind bis Ende dieses Jahres fast 40 Modelle mit unterschiedlicher Ausstattung und Motorisierung rußfrei erhältlich. Führend im Angebot ist weiterhin der französische Anbieter Peugeot, der den Filter gegen krankmachenden Dieselruß serienmäßig in 49 Modell-Varianten aller Klassen anbietet. Verlierer auf dem Markt für saubere Diesel sind aus Sicht des VCD dagegen BMW, Ford und Volkswagen. Sie hinken mit ihrem Angebot deutlich hinter ihren Konkurrenten her.

"Obwohl die deutschen Autohersteller vor drei Monaten zugesagt haben, bis spätestens 2009 alle Diesel-Neufahrzeuge mit Filter auszustatten, ist deren Engagement in der Sache nach wie vor mangelhaft", kritisiert VCD-Bundesvorstand Hermann-Josef Vogt. Vor allem die viel gefragten kleineren Modelle seien immer noch nicht rußfrei zu haben und entsprechende Angebote nicht in Sicht. "Dabei ist angesichts hoher Staubbelastung vor allem in den Städten längst klar, dass Diesel-Pkw nur noch mit einem wirksamen Filter vertretbar und verkaufbar sind."

Doch auch die Politik habe ihr Versprechen für die steuerliche Förderung des Rußfilters noch immer nicht eingelöst. Der VCD forderte die Bundesregierung auf, jetzt alles zu unternehmen, um den 1. Januar 2005 als zugesagten Fördertermin einzuhalten. "Anstatt schnell gemeinsam eine Lösung für die steuerliche Förderung des Partikelfilters zu erarbeiten und in Kraft zu setzen, schieben sich Bundesministerien und Länder im wahrsten Wortsinn reihum den schwarzen Peter zu", sagte Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. "Diese Art der Verzögerungstaktik gefährdet die Gesundheit und dient niemandem - nicht der Industrie, nicht der Politik und schon gar nicht den Verbrauchern."

Da von Seiten der EU frühestens 2007 eine verbindliche Regelung für die neue Schadstoffnorm Euro 5 zu erwarten sei, die dann auch erst ab 2010 gelten werde, gebe es genug Spielraum für anspruchsvolle nationale Lösungen. Diesen müsse Deutschland mit der steuerlichen Förderung für vollwertige Rußfilter nutzen, damit sich die längst erprobte und gesundheitsschützende Filtertechnik schon weit vor Einführung des neuen Grenzwertes durchsetze.

Der VCD empfahl allen Verbraucherinnen und Verbrauchern, beim Kauf eines Dieselfahrzeugs nur eines mit Filter gegen krankmachenden Dieselruß zu wählen. Das gebiete zum einen der Umwelt- und Gesundheitsschutz. Zum anderen sei bereits heute klar, dass Diesel ohne Filter in den nächsten Jahren deutlich schneller an Wiederverkaufswert verlieren werden. Zudem drohten Diesel-Pkw ohne Filter zunehmend Fahrverbote in belasteten Ballungsräumen und Städten, wie es vergangenen Sonntag bereits in Bozen (Südtirol) erlassen wurde.