Immer mehr Haushalte überschuldet

Besonders im Osten

Die Zahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland wird immer größer. 2002 waren in der Bundesrepublik 3,1 Millionen Haushalte überschuldet, teilten Bundesfamilienministerin Renate Schmidt und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (beide SPD) am Montag in Berlin mit. Das entspreche 8,1 Prozent aller Haushalte. 1990 habe es noch zwei Millionen überschuldete Haushalte gegeben, 1994 seien es 2,7 Millionen gewesen. Als überschuldet gilt, wer trotz dauerhafter Reduzierung seines Lebensstandards nicht genügend Geld zu sparen hat, um seine Schulden fristgerecht zu tilgen.

Während der Anteil überschuldeter Haushalte in Ostdeutschland bei 11,3 Prozent lag, waren es im Westen 7,2 Prozent. Vor allem in den neuen Ländern ist dem Bericht zufolge Arbeitslosigkeit in 46 Prozent der Fälle die Hauptursache für die Überschuldung. In Westdeutschland spielten daneben vor allem Trennung und Scheidung mit 23 Prozent und gescheiterte Selbstständigkeit mit 20 Prozent eine wichtige Rolle. Die Betroffenen seien überdurchschnittlich häufig in den unteren Einkommensbereichen zu finden.

Schmidt forderte deshalb eine bessere Allgemeinbildung in Finanzfragen und rief die Länder auf, sich nicht aus der Finanzierung der Schuldnerberatungsstellen zurückzuziehen. Zypries verwies auf die Möglichkeit einer Privatinsolvenz sowie auf einen Gesetzentwurf, mit dem ein besserer Pfändungsschutz bei Girokonten erreicht werden soll.