Proteste gegen Atomtransport von Rossendorf nach Ahaus

Sonntagsspaziergänge

Atomkraftgegner haben am Sonntag vor dem Gelände des ehemaligen DDR-Forschungsreaktors Rossendorf bei Dresden gegen die geplanten Castor-Transporte ins münsterländische Zwischenlager Ahaus protestiert. Knapp 50 Demonstranten hätten sich an dem Protest in Form eines "Sonntagsspaziergangs" beteiligt, sagte Andreas Eckert vom Bündnis "Castorstopp Dresden". Eckert betonte, es sei völlig unverständlich, dass die sächsische Staatsregierung den Transport so vehement fordere, wo doch für Rossendorf eine zeitlich unbegrenzte Lagerungsgenehmigung für Atommüll vorliege. Auch im Münsterland wurde am Wochenende gegen die Atompolitik protestiert. Laut Polizei kamen 55 Demonstranten zum "Sonntagsspaziergang" am Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus.

Um den Atommülltransport gibt es seit längerem einen erbitterten Streit zwischen den Landesregierungen von Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Während Nordrhein-Westfalens Innenminister Fritz Behrens (SPD) insbesondere den vom Bundesamt für Strahlenschutz genehmigten Straßentransport ablehnt und zudem bis Jahresende wegen einer Überlastung der Polizei und einsetzenden Winters keine Möglichkeit mehr für die Transporte sieht, besteht Sachsen auf den Abtransport der 18 Behälter noch im laufenden Jahr. Bis Jahresende gilt die Genehmigung für den Transport, die Nordrhein-Westfalen bislang vergeblich juristisch angefochten hat.