Kampf für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik geht voran

VCD-Jahresbericht 2002/2003

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. hat seinen Jahresbericht für den Zeitraum 2002/2003 veröffentlicht. Darin zieht der gemeinnützige Umwelt- und Verbraucherverband Bilanz über seine verkehrspolitische Arbeit und legt die Finanzen offen. "Viele wichtige Themen konnten in den letzten beiden Jahren vorangebracht oder neu angestoßen werden. Die Position des VCD im Kampf für eine zukunftsfähige, nachhaltige Verkehrspolitik ist damit ausgesprochen gut", resümiert Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender.

Der größte Erfolg war für den VCD die Wiedereinführung der Bahncard 50. Durch intensiven Einsatz bei den Verantwortlichen der DB AG sowie in der Öffentlichkeit gelang es im Sommer 2003, die 2002 beschlossene Abschaffung der Bahncard 50 rückgängig zu machen. Der größte Flop in der Verkehrspolitik ist dagegen der immer wieder verschobene Start der Lkw-Maut. Jahrelang hatte sich der VCD für dieses sinnvolle Instrument eingesetzt. Schließlich wurde es vom Bundestag beschlossen, scheiterte dann aber an der vorgegebenen Technik. Gehrmann: "Ein Desaster nicht nur für den Standort Deutschland, sondern vor allem für die Umwelt. Und auch der jetzt geplante Start zum 1.1.2005 ist noch keineswegs gesichert."

In den vergangenen Jahren konnte der VCD seine finanzielle Basis durch sparsame Haushaltspolitik konsolidieren. Um die Stärken des Mitgliederverbandes zu sichern und die politische Durchschlagskraft zu verbessern, wurde insbesondere in die Bereiche Mitgliederwerbung und neue verkehrspolitische Projekte investiert. Diese Strategie zur Stärkung des Verbandes wird im laufenden Jahr fortgesetzt. René Waßmer, VCD-Bundesgeschäftsführer: "Wir setzen auch in Zukunft auf die zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer, ihnen gilt unser besonderer Dank. Das sind vor allem rund 65.000 VCD-Mitglieder, die mit ihren Beiträgen über 70 Prozent der Mittel und damit das finanzielle Fundament der VCD-Arbeit stellen." Hinzu kommen zahlreiche Spenden, die in 2003 fast acht Prozent der Einnahmen ausmachten. Über Drittmittel konnten elf Prozent des Budgets generiert werden.

Der VCD ist mehr als die ökologische Alternative zum ADAC. Basisdemokratisch organisiert ist er mit seinen 13 Landes- und rund 160 Kreisverbänden regional und lokal präsent. Aktive VCD-Mitglieder gestalten hier die Verkehrspolitik vor Ort mit. "Damit wir auch in Zukunft noch mobil sein können, müssen wir heute die Probleme anpacken: zu viel Verkehrslärm, zu viele Schadstoffe und Treibhausgase, zunehmende Zersiedlung der Landschaft und immer noch viel zu viele Verkehrstote und Verletzte. Genau hier setzt der VCD an, macht aufmerksam und erarbeitet Lösungen für eine umwelt- und sozialverträgliche Mobilität", fasst Waßmer die VCD-Philosophie zusammen.