Kindersterblichkeit in armen Ländern nimmt wieder zu

Unicef fordert Gegenmaßnahmen

Die Kindersterblichkeit nimmt nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen, Unicef, in vielen Ländern wieder zu. Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht "Fortschritt für Kinder" hervor. Die Studie vergleicht neue Daten zur Kindersterblichkeit aus allen Ländern der Erde im Zeitraum von 1990 bis 2002. Am dramatischsten sei die Situation in den Ländern Afrikas südlich der Sahara. Aber auch im Irak, Kambodscha und in Staaten der früheren Sowjetunion habe die Sterblichkeitsrate zugenommen.

Weltweit sterben den Angaben zufolge täglich fast 30.000 Kinder unter fünf Jahren an behandelbaren oder vermeidbaren Krankheiten wie Durchfall, Bronchitis, Masern oder Malaria. Jedes Jahr seien es elf Millionen.

Unicef forderte verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen die Kindersterblichkeit. In 98 Nationen der Erde gebe es kaum Fortschritte in dieser Hinsicht. Die Vereinten Nationen hätten sich zum Ziel gesetzt, die Kindersterblichkeit bis 2015 weltweit um zwei Drittel zu senken. Die bisherigen Anstrengungen der Mitgliedsstaaten reichten hierfür bei weitem nicht aus, kritisierte Unicef. "Viele Regierungen nehmen ihre Verantwortung nicht wahr", bemängelte der Vorsitzende von Unicef Deutschland, Reinhard Schlagintweit.