Atom-Proteste vor dem niedersächsischen Landtag

Kein Endlager

AktivistInnen der Umweltschutzorganisation Robin Wood haben am Montag auf dem Vorplatz des niedersächsischen Landtags symbolisch Atommüll abgeladen. Sie stapelten dort rund zwei Dutzend gelbe, mit Radioaktivitätszeichen gekennzeichnete Fässer, um gegen den für kommende Woche geplanten Atommülltransport zu protestieren. Den Bundespräsidenten Horst Köhler, der Montag Vormittag Hannover besuchte, forderten sie auf, sich nicht nur mit den Schokoladenseiten des Landes zu befassen, sondern auch mit den Plänen, Gorleben zum "Atomklo" zu machen.

Die Umweltschützer sprechen sich dagegen aus, dass weiterhin Atomstrom produziert wird, obwohl es bislang - weder in Gorleben noch anderswo - ein sicheres Endlager für den Strahlenmüll gibt. Jahr um Jahr erhöht sich durch den Weiterbetrieb der Atommeiler in Deutschland die Atommüll-Menge. Bis Ende 2000 seien hierzulande bereits 8.400 Kubikmeter hoch radioaktive Abfälle entstanden. Im Jahr 2025 werde der Müllberg mit 24.000 Kubikmetern fast dreimal so groß sein. Solange sollen laut "Atomkonsens" Atommeiler am Netz bleiben dürfen.

Obendrein versuchten PolitikerInnen von CDU/CSU und FDP zurzeit, eine "Renaissance" der Atomkraft herbeizureden. Mit auf dieser Welle schwimme der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP). "Umweltminister Sander setzt sich für einen unbefristeten Betrieb der Atommeiler ein - ganz nach dem Prinzip: Nach mir die Sintflut", sagt Bettina Dannheim, Energiereferentin von Robin Wood. "Außerdem hält er an Gorleben als Atommüll-Deponie fest. Das ist verantwortungslos."

Der Salzstock in Gorleben sei an vielen Stellen stark zerklüftet und von Rissen durchzogen, erlärten die Umweltschützer. Würde dort Atommüll eingelagert, könnten durch diese Risse radioaktive Partikel nach oben ins Grundwasser gelangen. Menschen und Tiere würden dann höchstwahrscheinlich radioaktiv verseucht. "Gorleben ist als Endlager ungeeignet", so Dannheim. "Wir fordern die niedersächsische Landesregierung und die Energiekonzerne auf, endlich ihren Widerstand gegen eine neue Standortsuche aufzugeben."