Verbraucherschützer warnen vor dubiosen Altkleider-Sammlern

Handelsware für alle Welt

Rund eine Milliarde Hosen, Jacken, Socken geben die Bundesbürger jedes Jahr in die Kleidersammlung. Viele glauben, ihre Kleiderspende käme Bedürftigen zu Gute. Doch diese Vorstellung ist mehr Wunsch als Wirklichkeit. Häufig sammeln gewerbliche Firmen unter dem Namen karitativer Verbände, die einen Teil des Verkaufserlöses erhalten. Der Hauptanteil der Gebrauchtkleider wird dann in Osteuropa und afrikanischen Ländern verkauft. "Verbraucher sollten daher genau hinschauen, wer ihre aussortierten Kleider haben möchte", meint Gitta Geue, Umweltreferentin der Verbraucherzentrale Bayern.

Sie rät misstrauisch zu sein, wenn auf Sammelzetteln kein Verantwortlicher mit Name und Anschrift genannt wird. Oft werde auch mit einem leicht verfremdeten Logo einer bekannten Wohlfahrtsorganisation das Vertrauen erschlichen.

Um Transparenz und ethische Verantwortung in der Kleidersammlung bemüht sich der Verband FairWertung. Zu dieser Organisation haben sich bundesweit gemeinnützige Altkleiderverwerter zusammengeschlossen. "Beim FairWertungs-Siegel können Verbraucher sicher sein, dass sie an keine dubiosen Sammler geraten", so Gitta Geue. Wer Bedürftige mit gut erhaltener Kleidung unterstützen möchte, kann dies auch in Kleiderkammern sozialer Einrichtungen tun.