Castor-Gegner rechnen erneut mit Polizei-Großeinsatz

Kritik an Trittin

Wenige Tage vor dem erwarteten nächsten Castor-Transport ins Atommüll-Zwischenlager Gorleben laufen die Vorbereitungen der Umweltschützer auf Hochtouren. Die Sicherung des Transports werde erneut in die "Top Ten" der größten Polizeieinsätze in der Geschichte der Bundesrepublik eingehen, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), Francis Althoff, der Nachrichtenagentur ddp. Dies sei auch dann der Fall, wenn, wie von der Polizei angekündigt, weniger Beamte zum Einsatz kommen sollten als in den Vorjahren.

Der schwelende Konflikt zwischen besorgten Bürgern sowie Politik und Industrie werde "weiter an die Polizei delegiert, die uns aus dem Weg räumen soll", sagte Althoff. Er fügte hinzu: "Es bleibt schwierig, sich daran zu gewöhnen, dass der ehemalige grüne parlamentarische Arm der Anti-Atom-Bewegung nun auf uns einknüppeln lässt."

Althoff kritisierte Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne). Dieser lasse sich "seit sechs Jahren trotz Einladungen nicht mehr im Wendland blicken", betonte er. Noch ein Jahr vor dem Antritt der rot-grünen Bundesregierung habe Trittin 1997 bei Castor-Transporten ffentlich die "brutalen Methoden des Atomstaats" angeprangert.