Bau der A-380-Halle am Frankfurter Flughafen ablehnen

Bannwald statt Flugzeughalle

Auf dem Frankfurter Römer demonstrierten am Freitag mehrere Hundert Ausbaugegner dagegen, dass im Wald südlich des Frankfurter Flughafens eine Wartungshalle für das Riesenflugzeug A-380 errichtet werden soll. Um die Kundgebung zu unterstützen, haben ROBIN WOOD-AktivistInnen Laternenmasten vor dem Eingang zum Römer erklommen und ein Transparent mit der Aufschrift "Flugverkehr vermindern - Ausbau verhindern" gespannt. Im Römer entscheidet die Regionalversammlung Südhessen heute, ob sie den Bau einer riesigen Flugzeug-Wartungshalle als Abweichung im Regionalplan akzeptiert. In der Versammlung sitzen 99 gewählte Mitglieder aus den Städten und Kreisen der Rhein-Main-Region. ROBIN WOOD fordert sie auf, gegen den Bau der Halle im Wald zu stimmen. Für die Halle würde Bannwald vernichtet. Außerdem würde dies den Einstieg in den verkehrspolitisch und ökologisch fatalen Flughafen-Gesamtausbau bedeuten.

Die Betreibergesellschaft des Rhein-Main-Flughafens, Fraport AG, will im Wald bei Mörfelden-Walldorf eine gigantische Wartungshalle für den Großraumjet Airbus A-380 bauen. Lufthansa plant, zehn der Riesenflieger am Standort Frankfurt zu stationieren. Allein die Grundfläche der Halle entspricht fünf Fußballfeldern. 20 Hektar Wald - größtenteils besonders geschützter Bannwald - will Fraport für die Halle abholzen lassen.

Dabei wäre auf dem jetzigen Flughafengelände Platz genug. Allein das Airbase-Gelände, das schon im nächsten Jahr für die zivile Luftfahrt genutzt werden kann, ist 150 Hektar groß. Die Halle außerhalb des Flughafen-Zauns zu errichten, ergibt nur Sinn vor dem Hintergrund, dass Fraport weitere enorme Kapazitätssteigerungen einkalkuliert. Die wiederum sind nur möglich, wenn - wie im Generalausbauplan 2000 vorgesehen - ein drittes Terminal auf dem Airbase-Gelände sowie die neue Landebahn gebaut werden. Fraport wird aber nicht müde zu betonen, die Airbushalle sei unabhängig vom Gesamtausbau, weil nur so über die Halle in einem gesonderten Planfeststellungsverfahren entschieden werden kann.

"Heute soll den Menschen im Rhein-Main-Gebiet eine weitere Salami-Scheibe des Generalausbauplans serviert werden", sagt Monika Lege, Verkehrsreferentin bei ROBIN WOOD. "Erst soll die Halle gebaut werden. Damit sie dann auch ausgelastet ist, müssen mehr Maschinen abgefertigt werden. Und damit wird dann wiederum der Bedarf für eine neue Landebahn begründet. So beißt sich die Katze in den Schwanz."

Sollte die Regionalversammlung heute dem Abweichungsantrag zustimmen, muss mit der Abholzung des Bannwaldes noch in diesem Jahr gerechnet werden. Die Fraport will damit am 20. Dezember, unmittelbar vor Weihnachten, beginnen. "Kahlschlag bei Glühwein und Lebkuchen? Die Fraport erwartet dann vielleicht weniger Proteste. Aber", so Lege, "Weihnachten ist ja auch die Zeit der Überraschungen."