Sicherheitslücken treiben Internet-Explorer-Nutzer zu Firefox

Über zehn Millionen Downloads

Der Open-Source-Browser Firefox ist in etwas mehr als einem Monat über zehn Millionen Mal heruntergeladen worden. Der Firefox-Erfolg zeige die zunehmende Unzufriedenheit der User mit dem Markt dominierenden Internet Explorer, bei dem im Herbst fast zwei Dutzend Sicherheitslücken entdeckt wurden, kommentieren Marktbeobachter. Der alternative Browser hat nun auch bei den Marktanteilen einen Sprung nach vorne gemacht.

"Es schaut ganz danach aus, dass die Leute von Microsofts Internet Explorer zu Mozillas neuem Firefox wechseln", kommentierte Niels Brinkman, Mitbegründer des in Amsterdam ansässigen Marktforschungsinstitutes OneStat.com die Entwicklung der jüngsten Zeit. Sein Institut hatte schon im November dem Open-Source-Browser einen großen Sprung nach vorne bescheinigt. Demnach stieg der Marktanteil der Mozilla-Browser (Firefox 0.1, Firefox 1.0 und Mozilla 1.x) binnen weniger Monate um fünf Prozentpunkte auf 7,4 Prozent. Der Marktanteil aller Internet-Explorer-Versionen zusammen fiel im selben Zeitraum um ebenfalls fünf Prozentpunkte auf 88,9 Prozent.

Microsoft hat die Zahlen zurückgewiesen. Sie würden Business-User nicht berücksichtigen, sagte Gary Schare, Produktmanager beim Softwareriesen. "Was die Statistiken nicht zählen, sind die Intranets der Unternehmen", kritisierte Schare. Tatsächlich dürfte Microsoft aber die Serie der aufgedeckten Sicherheitslücken bei den Usern zu schaffen machen. Erst in der Vorwoche hatte das IT-Department der Pennsylvania State University den Studenten empfohlen, dass sie vom Gebrauch des Internet Explorers Abstand halten und dafür Firefox oder Apples Safari verwenden sollten.

Zudem können sich alternative Browser auch als Internet Explorer ausgeben und die Statistiken zu Gunsten des Marktführers verfälschen. Opera - eine weitere Alternative zum Internet Explorer - beispielsweise übermittelt standardmäßig die Kennung des Internet Explorer.