Vodafone Stiftung spendiert fünf Millionen Euro für Anna Amalia Bibliothek

"Vorbildlich"

Der Staat gibt Milliarden für die Aufrüstung der Bundeswehr aus, die Kommunen sind pleite. Die Wirtschaft finanziert Kultur. Der Kanzler hält eine Rede. Die Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek erhält fünf Millionen Euro von der Vodafone Stiftung Deutschland. Mit dem Geld zu sparen sollen in den nächsten fünf Jahren beim Brand Anfang September beschädigte Bücher und Schriften restauriert sowie vernichtete Bände wieder beschafft werden. Die Spende überreichte der Geschäftsführer der Vodafone Stiftung Deutschland, Maximilian Schöberl, am Mittwoch in Berlin im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) an den Präsidenten der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen (SWKK), Hellmut Seemann.

Schröder nannte das Engagement der Unternehmensstiftung "in besonderer Weise vorbildlich". Nach den Worten von Weiss sind die bisher gespendeten Gelder ein Zeichen gesellschaftlicher Hilfsbereitschaft und Solidarität. Dennoch müssten die Bemühungen um die auf 20 Jahre angesetzte Restaurierung und Wiederbeschaffung der beschädigten Bücher weitergehen.

Über die Spende hinaus hat die Mobilfunkgesellschaft eine umfassende Kooperation mit der Weimarer Stiftung vereinbart. Dadurch sollen bei zusätzlichen Aktionen auch andere Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen mobilisiert und so weitere Mittel erschlossen werden.

SWKK-Präsident Seemann würdigte nachdrücklich das Engagement. Die Restaurierung der zum Teil schwer beschädigten 62 000 Bücher der Bibliothek sei ohne private Hilfen nicht zu realisieren. Insgesamt benötigt die Bibliothek zirka 67 Millionen Euro.