Deutschland und EU sollen Vorreiter beim Klimaschutz sein

Nach Kyoto

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung zum Abschluss des Weltklimagipfels dazu aufgefordert, ihre Anstrengungen für mehr Klimaschutz zu verstärken. Deutschland dürfe sich nicht damit abfinden, dass derzeit keine andere Regierung bereit sei, den Klimaschutz entscheidend voranzubringen. Trotz der inzwischen auch von Russland erfolgten Ratifizierung des Kyoto-Protokolls sei Resignation in die internationalen Verhandlungen eingezogen. Fast jede Regierung verstecke sich inzwischen hinter den Allianzen der verschiedenen Bremserstaaten. Damit werde dem globalen Klimaschutz schwer geschadet.

Markus Steigenberger, Teilnehmer der Klimakonferenz für den BUND und sein internationales Netzwerk Friends of the Earth: "Es ist erschreckend, wie wenig Engagement die Regierungen hier zeigen. Trotz eindeutiger wissenschaftlicher Belege, dass der Klimawandel längst begonnen hat, will kein Land mehr die Vorreiterrolle übernehmen. Auch Deutschland und die EU verstecken sich hinter Blockierern wie den USA oder den OPEC-Staaten. Die Bundesregierung muss energischer gegenüber Präsident Bush auftreten und zu Hause die Anstrengungen beim Klimaschutz verstärken."

Die Konferenz in Buenos Aires ist die letzte vor Inkrafttreten des Kyoto-Klimaprotokolls am 16. Februar 2005. Es umfasst bisher 128 Mitgliedsstaaten. Darin haben sich 30 Industrieländer rechtlich verbindlich verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2012 um insgesamt fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Nicht ratifiziert haben u.a. die USA, die allein für etwa ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind.

Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer: "Wenn der internationale Klimaschutz stockt, ist es umso wichtiger, dass einzelne Industrienationen mit gutem Beispiel vorangehen. Deutschland muss alles dafür tun, so schnell wie möglich zunächst das Ziel von minus 25 Prozent CO2-Emissionen im Vergleich zu 1990 zu erreichen. Bis 2020 müssen wir mit den Klimagasen sogar mindestens 40 Prozent runter. Ökologische Finanzreformen, ein Umsteuern in der Verkehrspolitik und ehrgeizige Energiesparprogramme sind dafür die geeigneten Mittel."