Friedensstiftung gegen Raketenabwehrprojekt

Drei- bis viermal so teuer wie geplant

Der Bundestag soll das geplante neue Luft- und Raketenabwehrsystem MEADS sehr kritisch prüfen. Das forderte die hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung am Dienstag. Die Kosten dafür dürften das Drei- bis Vierfache der bislang genannten Summe von drei Milliarden Euro erreichen, sagte der zuständige Experte der Stiftung, Bernd Kubbig, in Berlin. Er gehe davon aus, dass die geplanten 24 MEADS-Einheiten für die Bundeswehr zwischen zehn und zwölf Milliarden Euro kosten werden. Auch sei das Medium Extended Air Defense System (MEADS) nicht für die neuen Bedrohungen geeignet.

Hinter MEADS verbirgt sich die Entwicklung einer bodengestützten Flugabwehrrakete, die laut Projektangaben neben der Bekämpfung von Hubschraubern, Flugzeugen und Marschflugkörpern auch gegen taktische ballistische Raketen mit einer Reichweite von 1000 Kilometern eingesetzt werden kann. Das neue System soll das 25 Jahre alte Luftverteidigungssystem "Patriot" ersetzen. Von den auf vier Milliarden Euro veranschlagten Entwicklungskosten soll Deutschland knapp eine Milliarde Euro übernehmen.

Der Verteidigungsausschuss hatte sich im November für das Projekt ausgesprochen. Eine Entscheidung des Haushaltsausschusses des Bundestages wird für März 2005 erwartet. Mit der Einführung des neuen Waffensystems wird nicht vor 2012 gerechnet.