Daimler-Chef Schrempp schickt Thomas Enders an die Spitze von EADS

Fallschirmjäger

Nach einem laut Presseberichten "beispiellosen Machtkampf" beim europäischen Rüstungskonzern EADS werden Mitte 2005 offenbar neue Leute an die Doppelspitze des deutsch-französischen Unternehmens berufen. Airbus-Chef Noël Forgeard soll Nachfolger des derzeitigen französischen Co-Vorstandsvorsitzenden Philippe Camus werden. Und der deutsche Co-Vorstandsvorsitzende Rainer Hertrich soll durch den bisherigen EADS-Rüstungsvorstand Thomas Enders abgelöst werden. Der 45-jährige Enders, der derzeit in der zweiten Führungsebene für die Division Verteidigung und Sicherheitssysteme zuständig ist, zählt nach Einschätzung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zu den "profiliertesten Deutschen in der EADS". Er stünde in der Gunst von Daimler-Vorstandsschef Jürgen Schrempp. Enders war vor seinem Wechsel zur damaligen Rüstungsschmiede MBB im Bundesverteidigungsministerium und für die Konrad-Adenauer-Stiftung tätig. Bei der Dasa, in der MBB aufgegangen war, traf er auf den heutigen DaimlerChrysler-Chef Schrempp. DaimlerChrysler ist mit 30 Prozent Anteilsbesitz der deutsche Großaktionär der EADS. Auf Druck von DaimlerChrysler bleibe voraussichtlich die Doppelspitze bei EADS erhalten, schreibt die "Financial Times Deutschland".

Zu Schrempps Zeiten als Vorstandsvorsitzender der Dasa leitete Enders das Marketing der Dasa in Europa. Als Nachfolger Hertrichs ist er laut Frankfurter Allgemeine auch ins Spiel gekommen, "weil die EDAS das Verteidigungsgeschäft kräftig ausbauen will", um von der Entwicklung von Airbus unabhängiger zu werden.

Enders pflege enge Kontakte zu den Vereinigten Staaten und sei der richtige Mann, um die transatlantischen Beziehungen auszubauen. "Als ausgebildeter Fallschirmjäger scheut er keine Auseinandersetzung", zitiert die Frankfurter Allgemeine eine namentlich nicht genannte Person.