Zeitreise durch DDR-Geschichte im Maxim Gorki Theater

Sozialisationserfahrungen

Das Berliner Maxim Gorki Theater widmet sich ab Januar in einer Veranstaltungsreihe 40 Jahren DDR-Geschichte. In einer so genannten Glaubenswerkstatt soll vom 14. Januar bis 15. April täglich ein Jahr DDR-Vergangenheit aufgearbeitet werden, wie Theaterintendant Volker Hesse am Mittwoch in Berlin sagte. Insgesamt sind unter dem Titel "...und der Zukunft zugewandt" 56 Lesungen, Inszenierungen und Performances geplant.

Im Oktober war bereits eine Glaubenswerkstatt mit dem Titel "Glaube I: Die Bibel" gestartet. Für den Mai ist eine dritte Auflage zum Fundamentalismus vorgesehen.

Die rund 50 Künstler, unter ihnen Katharina Thalbach und Fritzi Haberland, wollen in der Werkstatt nicht nur die Daten und Ereignisse der DDR-Geschichte betrachten, sondern auch Alltag und Sozialisationserfahrungen aufarbeiten. Beginn ist mit der Uraufführung von Annett Gröschners Stück "Moskauer Eis".

Dazu heißt es auf der Website des Theaters: "Die DDR triumphiert 1972 bei den Olympischen Winterspielen von Sapporo, Onkel Günther wird bei der Flucht in den Westen in einem Kristalleis-Transporter erschossen, Barbara, von ihrer Tochter Annja als "Hure" beschimpft, verlässt die Familie, um in Ostberlin ein neues Leben zu beginnen, Annja verliebt sich in einen Spitzensportler, der zum Trinker wird, die Mauer fällt. Annjas Vater Klaus Kobe, einst ein weltweit geachteter Spezialist für Feinfrosttechnologie, ist inzwischen zum Testanrührer für Speiseeismischungen degradiert worden und muss im Auftrag der Treuhand sein Kälteinstitut abwickeln. Nun kehrt Annja in ihre Heimatstadt zurück, um ihre bettlägerige Großmutter zu pflegen, denn Vater Klaus ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Die beiden Frauen begegnen sich auf besondere Weise: Annja macht eine Entdeckung, die ihr, Tochter eines Wissenschaftlers, das Blut in den Adern gefrieren lässt. Sie gerät in einen Sog der Erinnerung."