Gedenken für Luxemburg und Liebknecht

Auflagen zur "Form der Transparente"

Mehr als 14 000 Menschen haben am Sonntag in Berlin-Friedrichsfelde mit einem stillen Gedenken an die vor 86 Jahren ermordeten Arbeiterführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht erinnert. Die Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) waren am 15. Januar 1919 von Freikorpsoffizieren umgebracht worden. Zu einem weiteren Aufzug linker Gruppen kamen 4000 Menschen.

Während der traditionellen Ehrung in der Gedenkstätte Friedrichsfelde legten Spitzenpolitiker der PDS, darunter Parteichef Lothar Bisky, Partei-Vizechefin Dagmar Enkelmann, der Ehrenvorsitzende Hans Modrow, Berlins Landeschef Stefan Liebich sowie die Bundestagsabgeordnete Petra Pau Gestecke aus roten Nelken nieder. Gekommen war auch der ehemalige DDR-Staats- und SED-Chef Egon Krenz.

Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf betonte am Rande des Gedenkens, Luxemburg und Liebknecht seien stets für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und eine friedlichere Welt eingetreten. Für diese Überzeugungen hätten sie auch sterben müssen. Erstmals nahm an der Erinnerungsveranstaltung auch der Vorsitzende der Europäischen Linken, Fausto Bertinotti, teil. Er weilte zu einem Treffen der europäischen Linkspartei in der Hauptstadt.

Während des mehrstündigen Gedenkmarschs zogen in den vergangenen Jahren jeweils am zweiten Sonntag im Januar bis zu 100 000 Menschen an den Gräbern Luxemburgs und Liebknechts in der "Gedenkstätte der Sozialisten" vorbei. Im Jahr 2000 musste die Veranstaltung wegen der Androhung eines Anschlags verschoben werden. Unter starkem Polizeischutz war sie wenig später nachgeholt worden.

Die Demonstration des linken Bündnisses richtete sich den Initiatoren zufolge gegen Demokratieabbau, Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus. Mehrere Teilnehmer hielten sich nach Angaben einer Polizeisprecherin nicht an die Auflagen, beispielsweise zur "Form der Transparente".