Potsdamer Forscher entwickeln Tsunami-Frühwarnsystem

Schutzmaßnahme

Das Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) hat nach der Flutkatastrophe in Südostasien mit der Arbeit an einem Konzept für ein Naturkatastrophen-Warnsystem im Indischen Ozean begonnen. Wesentlicher Bestandteil ist der Ausbau des bereits bestehenden GFZ-Geofon-Netzwerkes. Dies sind Messstationen für Erschütterungen, wie sie bei Erdbeben entstehen. Zudem soll ein Netzwerk bojengestützter Druckpegelmesser zur Erkennung von Wellendurchgängen im Indischen Ozean installiert werden. Schließlich soll das so genannte Deformations-Überwachungssystem mittels eines GPS-Systems per Satellit ausgebaut werden. Dieser Satellit registriert Oberflächenveränderungen der Ozeane, wie sie bei Flutwellen entstehen.

Im Auftrag des Bundesforschungsministeriums hat das Forschungszentrum das Konzept entwickelt, Erdbebenmeldungen automatisch im Internet zu veröffentlichen und von regionalen Datenzentren über E-Mails und SMS an angeschlossene Nutzer zu verschicken. Aus diesem kann nach Ministeriumsangaben in ein bis drei Jahren ein leistungsfähiges Frühwarnsystem entwickelt werden.

Naturkatastrophen wie das Seebeben Südostasiens mit bislang weit über 100 000 Todesopfern sind ein seltenes Ereignis. Doch auch in Europa sind derartige Katastrophen nicht auszuschließen. Die Altstadt von Lissabon wurde 1755 ebenfalls durch einen Tsunami zerstört. Vor etwa 8000 Jahren führten untermeerische Hangrutsche vor Norwegen zu einer 20 Meter hohen Flutwelle im Nordsee-Bereich.