Bundesdruckerei zahlte möglicherweise Honorar ohne Gegenleistung an Volmer-Firma

Geschäftsführer hat gekündigt

Die Consultingfirma Synthesis des früheren Staatsministers im Auswärtigen Amt, Ludger Volmer (Grüne), hat von der Bundesdruckerei möglicherweise branchenunübliche Honorare erhalten. "Solche Zahlungen sind unlogisch und in der Höhe unverständlich", sagte ein hochrangiger Ex-Manager der Druckerei der in Berlin erscheinenden Tageszeitung "Die Welt". Nach Auskunft des früheren leitenden Angestellten sei auch keine adäquate Gegenleistung erkennbar. Die Synthesis habe vergangenes Jahr 387 000 Euro Umsatz gemacht. Dieser habe fast ausschließlich auf den Geschäftsbeziehungen zur Bundesdruckerei International Services (BIS) beruht, die für das Ausland zuständig ist. Die BIS will Volmer bei der Auftragsanbahnung in Südafrika, Vietnam und Afghanistan unterstützt haben.

Der Informant sagte dazu dem Blatt: "Weder aus Südafrika, Vietnam noch aus Afghanistan hat die Bundesdruckerei in letzter Zeit einen Auftrag oder auch nur einen Vorvertrag erhalten." Normal sei es aber, dass Agenten oder Lobbyisten erst dann bezahlt würden, wenn ein Auftrag ausgeführt und abgerechnet sei.

Zuständig für die Einschaltung von Synthesis sei BIS-Geschäftsführer Michael Schaub. Er hat nach Informationen der Zeitung Anfang der Woche seinen Sessel geräumt. Bundesdruckerei-Sprecherin Veronica von Preysing bestätigte die Demission, der Manager habe allerdings von sich aus gekündigt.