Lkw-Maut auf deutschen Autobahnen gestartet

Zwölf-Tonner

Am 1. Januar ist auf den deutschen Autobahnen das Lkw-Mautsystem in Betrieb genommen worden. Lastwagen ab zwölf Tonnen Gesamtgewicht müssen seit Samstag eine von der Fahrstrecke abhängige Benutzungsgebühr bezahlen. Der durchschnittliche Mautsatz beträgt 12,4 Cent pro Kilometer und ist von der Anzahl der Achsen und der Emissionen des Fahrzeuges abhängig. Wegen erheblicher technischer Pannen in der Erprobungsphase erfolgte die Einführung des Systems 16 Monate später als ursprünglich geplant.

Während Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) mit einem reibungslosen Anlauf rechnet, warnen Spediteursverbände und ADAC vor möglichen Staus aufgrund langer Schlangen vor den Maut-Kassenterminals. Wegen des Fahrverbots an Feier- und Sonntagen, von dem nur Lkw mit frischen und verderblichen Waren ausgenommen sind, beginnt die heiße Phase für das Mautsystem allerdings erst am Sonntag ab 22.00 Uhr.

Mautpreller sollen mit mobilen Kontrolleuren, den auf Maut-Brücken über den Autobahnen installierten Sensoren sowie durch gezielte Betriebskontrollen aufgespürt werden. Stolpe sagte, es werde keine Nachsicht mit schwarzen Schafen geben. Mautpreller müssten unter Umständen auch mit der Stilllegung ihres Lkw rechnen.

Die Maut soll im Jahr 2005 rund drei Milliarden Euro in die Bundeskasse spülen. Nach Abzug laufender Kosten sollen davon 2,4 Milliarden Euro in den Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur fließen. Die Erhebung der Gebühr erfolgt auf drei Wegen. Bei Fahrzeugen, die bereits ein elektronisches Erfassungssystem an Bord haben, wird automatisch abgebucht. Alle anderen Trucker können ihr Ticket bis zu drei Tage vor Fahrantritt entweder über Internet oder an speziellen Terminals entlang der Autobahnen buchen.