TV-Aufnahmen zeigen NPD-Landtagskandidaten bei Gewalttat

Rechtsextremismus

Ein Kandidat der rechtsextremen NPD für die kommende Landtagswahl in Schleswig-Holstein ist von einem Fernsehteam bei Gewalttaten gefilmt worden. Aufnahmen des NDR-Politmagazins "Panorama" und des NDR-Landesprogramms "Schleswig-Holstein Magazin" zeigen den Landtagskandidaten Ingo Stawitz beim Steinewerfen, wie der Sender am Donnerstag mitteilte. Der Vorfall habe sich ereignet, nachdem Teilnehmer einer Protestdemonstration gegen die NPD- Wahlkampfauftaktveranstaltung am 4. Dezember in Steinburg bei Itzehoe das NPD-Versammlungslokal mit Steinen beworfen hätten. Ausserdem sei auf den Bändern zu sehen wie Stefan Köster, ein weiteres NPD-Bundesvorstandsmitglied, auf eine am Boden liegende Frau eingetreten habe.

Nach den Steinwürfen auf das Versammlungslokal hätten Stawitz und das NPD-Bundesvorstandsmitglied Manfred Börm die Steinwürfe erwidert. Obwohl die Demonstranten nach den Würfen geflohen seien, hätten NPD-Funktionäre sie verfolgt und verprügelt. Dabei sei auch gefilmt worden, wie Stefan Köster, ein weiteres NPD-Bundesvorstandsmitglied, auf eine am Boden liegende Frau eingetreten habe, teilte der NDR weiter mit.

Nach Senderangaben sagte der Einsatzleiter der Polizei, Uwe Kleinig, in "Panorama", die Gewalt der Rechtsextremen sei "deutlich stärker" gewesen als die der linken Gegendemonstranten, von denen es "keine Gegenwehr" gegeben habe. Als einer der Rechten mit einem Stuhl auf einen bereits verletzt am Boden liegenden Demonstranten habe einschlagen wollen, habe ein anwesender Zivilbeamter der Polizei zwei "Signalschüsse" abfeuern müssen.

An der Gewalt beteiligten sich nach NDR-Angaben neben den Genannten weitere Rechtsextreme. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittle gegen sie wegen gefährlicher Körperverletzung.

Laut Sender tritt die NPD zur Landtagswahl am 20. Februar auch mit vorbestraften Kandidaten an. Auf Listenplatz sechs stehe Peter von Born, mehrfach vorbestraft unter anderem wegen Körperverletzung. Als Direktkandidat im Wahlkreis Lauenburg Nord sei Heino Förster aufgestellt, 1993 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt wegen versuchten Mordes an Asylbewerbern.