Fair gehandelte Blumen schützen Frauen und Kinder vor Ausbeutung

Valentinstag

Zum Valentinstag am kommenden Montag erinnert das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk terre des hommes daran, dass auf vielen Blumenfarmen unmenschliche Arbeitsbedingungen herrschen. Betroffen seien insbesondere Frauen, die in den Lieferländern in Afrika und Lateinamerika für Hungerlöhne arbeiten und dabei oft völlig ungeschützt giftigen Pestiziden ausgesetzt seien. Die Organisation rief dazu auf, Blumen aus fairem Handel zu kaufen. Nur Blumen mit dem "Flower Label" garantierten menschenwürdige und umweltgerechte Produktionsbedingungen. Rund 1.000 Blumengeschäfte in Deutschland böten Blumen mit dem "Flower Label" an, erklärte terre des hommes.

"Gerade Kinder leiden unter den vielfach ausbeuterischen Arbeitsbedingungen in der Blumenindustrie", erklärte Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher von terre des hommes. "Denn viele der Blumenarbeiterinnen sind allein erziehende Mütter, die nur Hungerlöhne verdienen, von denen sie sich und ihre Kinder nicht ernähren können." Viele Kinder müssten deshalb arbeiten, um zum Überleben der Familien beizutragen. Zudem gebe es für die Blumenarbeiterinnen keinerlei gewerkschaftliche Rechte und Mutterschutzbedingungen, so dass Schwangere oftmals hohen Pestizidbelastungen ausgesetzt seien.

Nach Auskunft von terre des hommes liefern rund 60 Blumenfarmen in Kolumbien, Ecuador, Kenia, Tansania, Simbabwe und Südafrika Blumen mit dem "Flower Label" nach Deutschland. Demnächst solle in Portugal eine erste europäische Blumenfarm "faire" Blumen anbieten. Das "Flower Label" verpflichtet die Betriebe, Existenz sichernde Löhne zu zahlen, Gewerkschaftsfreiheit zu gewähren und auf den Einsatz giftiger Pestizide zu verzichten. Ebenso tabu sind Kinder- und Zwangsarbeit.

Das "Flower Label Programme" wurde von terre des hommes gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, dem Hilfswerk Brot für die Welt und der Menschenrechtsorganisation FIAN aufgebaut.