Rund 5.000 Teilnehmer bei rechter Demonstration in Dresden

Polizei verhaftet Linke

Zum 60. Jahrestag der Zerstörung Dresdens haben sich am Sonntag mehrere tausend Anhänger der rechten Szene in der sächsischen Landeshauptstadt zu einer Kundgebung versammelt. Die Polizei sprach von bis zu 5.000 Teilnehmern. Am Rande der Kundgebung protestierten Dresdner mit Pfiffen und Sprechchören wie "Nazis raus!" gegen die Veranstaltung, die von der rechtsextremen NPD und weiteren rechten Gruppen organisiert wurde. Im Anschluss war ein Neonazi-Aufmarsch in der Innenstadt geplant. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben rund 50 Demonstranten aus der linken Szene in Gewahrsam. Sie seien vermummt gewesen und hätten versucht, die Kundgebung der Rechten zu stören, sagte eine Polizeisprecherin.

Am Nachmittag demonstrierten mehrere tausend Menschen gegen die Neonazis. Zu der Demonstration hatte ein breites Bündnis von Gewerkschaften, Politikern und Vereinen unter dem Motto "GehDenken" aufgerufen hatte.

Mit rund 100 Veranstaltungen ist am Wochenende in Dresden der Bombardierung der Stadt vor 60 Jahren durch die Alliierten des Zweiten Weltkrieges gedacht worden. Auf dem Heidefriedhof legten Repräsentanten der vier ehemaligen Siegermächte am Sonntagvormittag gemeinsam mit Vertretern Sachsens und Dresdens Kränze am Ehrenmal für die Opfer des 13. und 14. Februar 1945 nieder, deren Zahl auf 35.000 geschätzt wird. Für den Abend war die erstmalige Öffnung der vor 60 Jahren durch die Bomben zerstörten und im vergangenen Jahr äußerlich schon fertig gestellten Dresdner Frauenkirche angekündigt.