IG Metall mischt sich in boomende Windbranche ein

45.000 Arbeitnehmer

Die IG Metall hat die Windkraftbranche aufgefordert, die derzeitige Konsolidierungsphase zur Sicherung der Beschäftigung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu nutzen. Gleichzeitig appellierte die IG Metall an die Politik, die Rahmenbedingungen für den Ausbau regenerativer Energien zu verbessern. "Es muss Schluss sein mit den Grabenkämpfen zwischen konventioneller und erneuerbarer Energie", sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Wolfgang Rhode bei der Präsentation der arbeitsorientierten Studie "Branchenreport Windkraft" von IG Metall und Hans-Böckler-Stiftung am Dienstag in Berlin. "Wir müssen dafür sorgen, dass die Windenergiewirtschaft mit ihren 45.000 Beschäftigten innovativ und zukunftsfähig bleibt und sich in einer globalisierten Ökonomie behauptet", sagte Rhode.

Das schnelle und starke Wachstum der vergangenen Jahre habe bei den Herstellern der Windkraftbranche zu Defiziten in der Organisation und Personalentwicklung geführt, sagte Rhode unter Bezug auf den "Branchenreport Windkraft". Innerbetrieblich habe dies negative Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen und die Motivation der Beschäftigten. Notwendig seien jetzt klare betriebliche und tarifliche Regelungen bei der Arbeitszeitgestaltung, den Entlohnsystemen sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz.

"Es ist verantwortungslos, Mitarbeiter im Außenservice 80 Stunden pro Woche arbeiten zu lassen", sagte Rhode. Es sei höchste Zeit, die Methoden des sich "Durchwurstelns" durch eine bessere Arbeitsorganisation und Arbeitszeitmodelle zu ersetzen, die der Belastung der Beschäftigten angemessen seien.

Handlungsbedarf bestehe auch bei der Ausbildung und Qualifizierung von Beschäftigten, da die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften zunehme. Schon jetzt finde nach Aussage von Betriebsräten ein starker Abwerbungsprozess um die besten Arbeitskräfte statt. Die Windenergie müsse angesichts der hohen Arbeitsbelastungen Anreizsysteme entwickeln, um auch weiterhin gute Fachkräfte akquirieren zu können.

"Bisher bilden nur ein Drittel der Unternehmen im Bereich regenerative Energien selbst aus", so Rhode. "Das muss sich ändern." Rhode forderte eine intensivere Zusammenarbeit der Sozialpartner bei der weiteren Gestaltung der Entwicklungsbedingungen der Windbranche.