Deutsche Bank will Ost-Löhne für den Westen

Lohnzurückhaltung

Der scheidende Bankenpräsident und Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Rolf Breuer, hat sich gegen eine weitere Angleichung der ostdeutschen Löhne an das West-Niveau ausgesprochen. Eine solche Forderung sei angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und des härter werdenden internationalen Wettbewerbs nicht mehr gerechtfertigt, sagte Breuer der Chemnitzer "Freien Presse". Bei einer Angleichung ginge der Wettbewerbsvorteil der neuen Länder verloren. Vielmehr könne es sinnvoll sein, die Löhne und Gehälter in den alten Ländern an das niedrigere Ost-Niveau anzunähern. In Branchen wie dem westdeutschen Automobilbau seien seit Jahren Löhne gezahlt worden, die deutlich über dem Tarif gelegen hätten. Lohnzurückhaltung könne wesentlich zur Stärkung des Standorts Deutschland beitragen.

Breuer kritisierte weiterhin den Vorstoß der Bundesregierung, die Milliardenaufwendungen für die deutsche Einheit bei der Einhaltung des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakts geltend zu machen. Diese Idee komme reichlich spät. Die Ausgaben fielen bereits seit 1990 an. Sie erst zu erwähnen, wenn der Haushalt nicht mehr unter Kontrolle sei, werde mit Sicherheit innerhalb der Europäischen Union (EU) auf Ablehnung stoßen, meint der einflussreiche Bankier.