Bundessozialministerium sieht neue Aids-Gefahr

"Ungebremste Ausbreitung"

Das Bundessozialministerium hat angeblich in einem Bericht an den Gesundheitsausschuss des Bundestages vor einer Zunahme der Aids-Infizierten in Deutschland gewarnt. Wie die Zeitschrift "Focus" unter Berufung auf eine Vorlage der Parlamentarischen Staatssekretärin Marion Caspers-Merk (SPD) berichtet, sind in Deutschlands Nachbarregion Osteuropa bereits 1,5 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Am stärksten betroffen von der "ungebremsten Ausbreitung" sei mittelfristig Deutschland, heiße es in dem Bericht. Vor allem in Russland und der Ukraine breite sich Aids im weltweiten Vergleich am schnellsten aus. Auch die heterosexuelle Übertragung könnte "nicht zuletzt wegen der zunehmenden Prostitution" in Zukunft eine größere Rolle spielen, zitiert das Blatt aus dem Papier.

Die Zahl der Aids-Infektionen steigt laut "Focus" seit zwei Jahren wieder kontinuierlich an. Im Jahr 2004 infizierten sich nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 2000 Menschen in Deutschland erstmals mit dem HI-Virus, 587 mehr als im Jahr 2001. Der Leiter des RKI-Fachbereichs, Osamah Hamouda, sagte: "Im Bewusstsein der Bevölkerung hat das HI-Virus an Bedrohlichkeit verloren." Dies sei ein "gefährlicher Trend".