Bund und Länder erzielen Einigung über Eliteuniversitäten

1,9 Milliarden Euro

Bund und Länder sind sich in der Frage der Eliteuniversitäten offenbar weitgehend einig. Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" konnten sich die Verhandlungspartner auf einen Kompromiss verständigen. Dieser sehe vor, dass künftig - wie von den Ländern gefordert - Graduiertenkollegs und Exzellenzcluster gefördert werden und auch die Vollkostenfinanzierung realisiert werde. Überdies sollen "Gesamtstrategien zur Entwicklung von Spitzenforschung" an einzelnen Hochschulen finanziell unterstützt werden. Dies könne als Zugeständnis an Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) gewertet werden, deren Absicht es zunächst gewesen sei, nur einzelne komplette Spitzenuniversitäten in Deutschland zu fördern, wie es hieß.

Eine Übereinkunft habe die entsprechende Arbeitsgruppe auch in der Finanzierungsfrage erzielt. So solle der Bund 75 Prozent der Investitionskosten übernehmen, die Länder 25 Prozent. Das Fördervolumen belaufe sich auf 1,9 Milliarden Euro für einen Zeitraum von fünf Jahren. Im ersten Jahr sollen 190 Millionen Euro für die Exzellenzförderung bereitgestellt werden.

Das Unions-Modell der "Forschungsoffensive Deutschland" hatte vorgesehen, die Fördermittel über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) an die Spitzenforschungsbereiche der Hochschulen zu verteilen. Mit der Einbindung des Wissenschaftsrats (WR) scheine man nun aber dem Bund entgegen kommen zu wollen.

Die Arbeitsgruppe habe ein weiteres Treffen am 30. März vereinbart. Dieses Treffen finde auf Staatssekretärsebene statt und sei ein Zeichen dafür, dass der Kompromiss weitgehend unter Dach und Fach sei.