Europas Gewerkschaften wollen Dienstleistungsrichtlinie stoppen

Nicht grundsätzlich dagegen

Die europäischen Gewerkschaften wollen die geplante EU-Dienstleistungsrichtlinie gemeinsam zu Fall bringen. DGB-Chef Michael Sommer sagte der "Berliner Zeitung", es gebe in dieser Frage eine "breite Koalition" innerhalb der gesamten europäischen Gewerkschaftsbewegung. Selten habe es im Europäischen Gewerkschaftsbund bisher so eine große Gemeinsamkeit gegeben. "Wir werden die notwendigen Proteste und die notwenige Lobbyarbeit in den Parlamenten organisieren. Da können Sie sicher sein", sagte Sommer. Der DGB-Vorsitzende betonte, dass die Gewerkschaften nicht grundsätzlich gegen eine Öffnung der europäischen Dienstleistungsmärkte seien.

Sie lehnten aber das so genannte Herkunftslandprinzip ab, auf dem die EU-Kommission trotz des Widerstands aus zahlreichen Mitgliedsländern weiterhin beharrt. Das Herkunftslandprinzip werde "zwischen Spanien und Lettland zu einem Lohn- und Sozialdumping ungekannten Ausmaßes führen", sagte Sommer.