Krankenkasse findet Senkung der Lohnnebenkosten irrelevant

Autos 29 Euro billiger

Eine Senkung der Krankenversicherungsbeiträge von Arbeitnehmern bringt nach Auffassung der "Techniker Krankenkasse" der Wirtschaft kaum Entlastung, gefährde jedoch massiv die gesundheitliche Versorgung der gesetzlich Krankenversicherten. Eine von der Techniker Krankenkasse beim "Institut für Gesundheits- und Sozialforschung" (IGES) in Auftrag gegebene Studie habe ergeben, dass sich etwa die Produktionskosten eines 20.000 Euro teuren Autos lediglich um knapp 29 Euro reduzieren. Selbst eine alleinige Finanzierung der Krankenversicherung durch die Arbeitnehmer würde die Produktionskosten nur um wenige 100 Euro senken. Es sei bedenklich, wenn die Diskussion um Reformen des Gesundheitssystems lediglich unter dem Blickwinkel der Lohnnebenkosten geführt werde. Drastische Einschnitte würden die Wirtschaft "kaum spürbar entlasten", argumentiert die Techniker, stellten jedoch die sozialen Sicherungssysteme in ihrer bisherigen Form in Frage.

Aufgrund der Gesundheitsreform sei daher mit weiteren Leistungskürzungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung zu rechnen. Das Ausgliedern bisheriger Kassenleistungen könne dazu führen, dass sich vor allem gut verdienende freiwillig Versicherte noch stärker den privaten Krankenversicherungen zuwenden, sagte der Leiter der Thüringer TK-Landesvertretung, Guido Dressel.

Dressel forderte Politik und Wirtschaft im Streit um Kassenbeiträge und Lohnnebenkosten daher "zu mehr Sachlichkeit" auf. "Es nützt der Wirtschaft nicht wirklich, wenn die gesetzlichen Kassenleistungen weiter eingeschränkt werden, nur um die Beitragssätze um wenige Prozentpunkte zu senken", meint er.