Hilft geplantes Elterngeld gegen Kinderarmut?

Bevölkerungspolitik

Zur Ankündigung der Bundesfamilienministerin, ein einjähriges Elterngeld einzuführen, erklärt die Bundesfrauenreferentin der PDS, Monika von der Lippe: "Die PDS hält ein einkommensabhängiges Elterngeld für sinnvoll, um Frauen nicht länger für ein Taschengeld aus dem Arbeitsmarkt heraus zu komplimentieren. Damit es wirken kann, muss jedoch eine Absicherung nach unten geschaffen werden!" Im Blick habe das Familienministerium in erster Linie Akademikerfamilien: Sie erlitten "massive Wohlstandsverluste" durch Erziehungskosten, dementsprechend sei hier die Geburtenrate am niedrigsten.

Ganz so einfach sei das Problem laut PDS nicht. Wohlhabendere Familien seien auch familienpolitisch keineswegs diskriminiert - von Steuererleichterungen und Kindergeld profitierten sie am meisten - während Arbeitslosen das Kindergeld bis zum letzten Cent angerechnet wird. Die Folge: Jedes fünfte Kind in der Bundesrepublik lebt in Armut, infolge der Hartz-Gesetze erwartet der Paritätische Wohlfahrtsverband einen weiteren dramatischen Anstieg.

Die PDS fordert daher ein existenzsicherndes Kindergeld, das alle Kinder gleichermaßen vor Armut schützt! Die niedrige Geburtenrate bei Akademikerinnen habe verschiedene Ursachen. Einen Ausweg wies kürzlich das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung: Im europäischen Vergleich wirke sich besonders die Gleichberechtigung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt positiv auf die Geburtenrate aus, schloss Monika von der Lippe.