Auch CO2-neutrale Kohlenutzung würde Dutzende Lausitzer Dörfer fressen

"Clean coal" ist keine saubere Energie

Vertreter des Naturschutzverbandes Grüne Liga äußern sich heute skeptisch zu der gestern vom Energiekonzern Vattenfall in Cottbus vorgestellten "clean coal"-Strategie. Mit einer neuen Technik soll dabei in Zukunft das bei der Verbrennung entstehende Klimagas CO2 aufgefangen werden. Die Grüne Liga wendet ein, dass die derzeit aktuellen Probleme der Braunkohlenutzung durch erste Schritte zu neuen Technologien nicht umweltverträglicher würden. So solle derzeit das Lacomaer Teichgebiet in Cottbus aus reinem Profitinteresse für den zweitgrößten Kohlendioxid-Emittenten der Bundesrepublik, das Kraftwerk Jänschwalde, vernichtet werden.

"Wenn die Lausitzer Kohle, wie auf dem Symposium angekündigt, für mehrere Kraftwerksgenerationen reichen soll, müssten dafür Dutzende Dörfer umgesiedelt und damit gewachsene Kulturlandschaft unwiederbringlich vernichtet werden. Auch die ökologischen Probleme, wie die Zerstörung wertvoller Naturlandschaften und der enorme Grundwasserentzug würden weiter bestehen." sagt René Schuster, der die Grüne Liga im Braunkohlenausschuss des Landes Brandenburg vertritt. "Ich bezweifle, dass diese Perspektive noch andere Investoren in die Lausitz lockt."

Der geplante Neubau eines Kraftwerksblockes bei Boxberg gefährde langfristig den Fortbestand mehrerer sorbischer Dörfer in Nordsachsen. Hier wird (noch ohne jede CO2-Abscheidung) die Zerstörung des sorbischen Gebietes um Schleife mit derzeit etwa 1000 Einwohnern (Mulkwitz, Rohne und Mühlrose) vorbereitet. "Technik zur CO2-Abscheidung macht noch keine saubere Energiewirtschaft." konstatiert Schuster.