Sächsische Lehrer legen mit Warnstreik Schulbetrieb lahm

Schulschließungen

Mit einem landesweiten Warnstreik haben Lehrer am Dienstag den Schulbetrieb in Sachsen lahm gelegt. Rund 90 Prozent der 18 000 Lehrer an weiterführenden Schulen hätten sich an den Arbeitniederlegungen beteiligt, sagte die Vize-Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Uschi Kruse. Darüber hinaus hätten auch bis zu 40 Prozent der Grundschullehrer ihre Arbeit niedergelegt. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen mit dem Kultusministerium und Pläne zu umfangreichen Schulschließungen angesichts sinkender Schülerzahlen.

(Kruse sagte, die Regierung müsse bei der Tarifrunde am Mittwoch entscheiden, wie sie mit einem so breiten Protest von Lehrern, Schülern und Eltern - auch vor dem Hintergrund vorgezogener Bundestagswahlen - umgehe. Kultusminister Steffen Flath (CDU) drohte unterdessen Kündigungen an, sollten die Tarifverhandlungen am Mittwoch nicht zum Abschluss kommen. Zugleich traf sich am Dienstag der Koalitionsausschuss von CDU und SPD, um über die Schulschließungspläne zu diskutieren. Die SPD will wesentliche Änderungen an der Streichliste erreichen.

Die Lehrer protestierten mit den Arbeitsniederlegungen gegen eine massive Absenkung ihrer Arbeitszeit auf bis zu 62 Prozent. Mit den Teilzeitlösungen sollen Kündigungen vermieden werden. Die Gewerkschaften akzeptieren jedoch allenfalls eine Reduzierung auf 80 Prozent.