Schwalbenküken von Hausbesitzern getötet

Störender Kot

Trotz strenger Schutzbestimmungen werden in Deutschland jedes Jahr mehrere Tausend Schwalbenküken von Hausbesitzern getötet. Nach Angaben des "Komitee gegen Vogelmord" seien allein in den letzten zwei Monaten Dutzende Fälle von Nestzerstörungen aus dem ganzen Bundesgebiet gemeldet worden. Ursache seien meist die Kothaufen der Vögel, die den Hausbesitzern ein Dorn im Auge seien. "Da werden innerhalb von Minuten ganze Kolonien samt Nachwuchs sprichwörtlich weggefegt." so Heinz Schwarze vom Komitee. "So etwas ist kein Kavaliersdelikt mehr, das ist ein klarer Straftatbestand."

Wer Schwalbennester an seinem Haus zerstöre müsse nach den Bestimmungen des Tierschutz- und des Bundesnaturschutzgesetzes mit Strafverfolgung und empfindlichen Geldbußen rechnen. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Nester während der Brutzeit oder im Winter zerstört würden, wenn die Zugvögel in Afrika sind.

So sei der Besitzer eines Wolfsburger Einkaufszentrums im Mai 2004 vom Oberverwaltungsgericht des Landes Niedersachsen zum Anbringen künstlicher Nisthilfen verurteilt worden, weil er zuvor eine große Anzahl von Schwalbennestern zum Schutz der Hausfassade zerstört habe. Gegen störenden Kot müsse nicht gleich das ganze Nest entfernt werden. Hoft helfe schon die Montage eines Holzbrettes darunter.