Stromkonzerne wollen Änderungen bei Ökostrom-Förderung

"Aktiv bei der politischen Willensbildung"

Der Verband der deutschen Stromwirtschaft VDEW möchte die Förderung von erneuerbaren Energien ändern. Erzeuger von Ökostrom sollten zukünftig die Wahl haben, ob sie sich ihren Strom über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder über das VDEW-System vergelten ließen. Allerdings solle es "um Missbrauch vorzubeugen" nicht möglich sein, nach dem Wechsel zum EEG zurückzukehren. Insgesamt sei das Konzept nach Angaben des Verbandes dazu gedacht, erneuerbare Energien durch "effiziente und marktgerechte Förderprogramme" zu stärken. Verschiedene Ökostrom-Verbande hingegen hatten sich vor kurzem empört darüber gezeigt, dass der VDEW eigentlich nur ungeliebte Kleinproduzenten vom Markt drängen und Marktanteile sichern wolle. Denn die vom EEG gesicherte Abnahmegarantie für den grünen Strom gibt es beim VDEW-Modell nicht.

Die geltende Förderpraxis orientiere sich "zu einseitig an quantitativen Erfolgszahlen", schreibt der VDEW am Mittwoch. "Nachhaltige Energiepolitik muss aber auch die gleichwertigen Ziele Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und soziale Gerechtigkeit berücksichtigen", sagte VDEW-Präsident Werner Brinker. Es sei auch wichtig, sich den anderen europäischen Ländern anzupassen, so der VDEW. Der Verband hatte vor kurzem in einem internen Papier verschiedene Fördermodelle durchdacht und das EEG kritisiert, weil die Erneuerbaren damit zu stark wachsen würden.

Ein Sprecher des Bundesverbandes Windenergie (BWE)hatte damals von einem reinen "Deckmantel der Erneuerbare-Energien-Förderung" gesprochen. Er hatte auch darauf hingewiesen, dass in den vom VDEW als positiv herausgestellten Ländern der Ausbau erneuerbarer Energiern zurückgegangen sei. Dort seien quasi nur noch die Großkonzerne im Geschäft, hatte der BWE erklärt.

Der VDEW beherbergt unter anderem die vier größten deutschen Stromkonzerne, EnBW, E.on, Vattenfall und RWE. Sie teilen sich quasi alleine den deutschen Strommarkt. Auf der Internetseite des VDEW heißt es, der VDEW "bündelt und vertritt die Interessen seiner Mitglieder" und setze sich "aktiv und nachhaltig bei der politischen Willensbildung" ein und vertrete "die energiepolitischen Ziele der deutschen Stromwirtschaft in der Öffentlichkeit".