PDS heißt jetzt "Die Linkspartei"

Auftrieb laut Umfragen

Das Wahlbündnis aus PDS und Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) zieht unter dem neuen Namen "Die Linkspartei" in die geplante Bundestagswahl im Herbst. Eine entsprechende Namensänderung beschloss ein außerordentlicher PDS-Parteitag am Sonntag in Berlin mit mehr als der notwendigen Zweidrittelmehrheit. Für den Antrag des Vorstandes votierten 74,6 Prozent der Delegierten. Der Vorsitzende der Linkspartei, Lothar Bisky, sagte mit Blick auf SPD und Grüne, er schließe eine Koalition seiner Partei aus. "In den Einheitsbrei neoliberaler Politik werden wir unseren Löffel nicht stecken." Für die "nicht unwahrscheinliche Notlösung" einer großen Koalition sei eine "starke Opposition" nötig.

Der designierte PDS-Spitzenkandidat Gregor Gysi hob die Chance zur Einigung der Linken in Deutschland hervor. Entstehen könne eine starke Partei links neben der Sozialdemokratie, die auch die SPD "zu ihrem Vorteil verändern" werde, sagte er. WASG-Vorstand Klaus Ernst sagte, es gehe darum, den Menschen mit dem neuen Linksbündnis Mut zu machen. Er forderte die Mitglieder beider Parteien auf, Vorbehalte und Ängste zu überwinden.

Die Union sieht im Linksbündnis einen zentralen Gegner im Wahlkampf. Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) sprach sogar vom Hauptgegner der Union. Das Linksbündnis von PDS und WASG könnte die CDU laut Umfragen im Osten als stärkste politische Kraft ablösen.

Das Linksbündnis konnte in der Wählergunst weiter punkten. In einer Umfrage von TNS Emnid für die "Berliner Morgenpost am Sonntag" kommt die neue "Linkspartei" auf 12 Prozent der Wählerstimmen. Im Osten erreicht sie 30 Prozent und ist damit vor der CDU mit 29 Prozent stärkste Partei. In Westdeutschland würden demnach 7 Prozent die Linkspartei wählen.