Verbraucherzentrale gewinnt Klage gegen Bahlsen

Produktwerbung in Schulen

Das Oberlandesgericht Celle hat in zweiter Instanz entschieden, dass Bahlsen zukünftig keine an Schüler gerichtete Werbeaktionen starten darf, durch die unter Schülern ein Gruppenzwang zum Kauf der Produkte des Herstellers ausgelöst wird. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte gegen den Kekshersteller wegen dessen Werbeaktion "Sammeln für die Klassenfahrt" geklagt.

Im Rahmen der Werbeaktion waren Schüler und deren Familien aufgerufen, "Klassenfahrt-Punkte" zu sammeln, um der jeweiligen Schulklasse bei Billigung durch den Klassenlehrer eine Klassenfahrt unter Zuzahlung von 99 Euro pro Person zu ermöglichen. Die Punkte waren an den Kauf unterschiedlicher Bahlsen-Produkte gekoppelt. Wie hoch der Zuschuss von Bahlsen ausfiel, das heißt um wie viel teurer die Klassenfahrt ohne den Kauf der Bahlsenprodukte gewesen wäre, wurde im Laufe des Verfahrens nicht bekannt. Im Wiederholungsfall droht dem Unternehmen laut Urteil ein Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro.

"Das Urteil bestärkt uns in unserer Forderung, Produktwerbung aus der Schule zu verbannen", sagte Prof. Dr. Edda Müller vom Vorstand des Verbraucherschutzverbandes. "Kekswerbung hat mit dem Bildungsauftrag der Schulen nichts zu tun."