Erhebliche Steuerausfälle durch Tanktourismus

Studie

Der Tanktourismus deutscher Autofahrer an den Grenzregionen in Länder wie Österreich, Tschechien und Polen kostet den Fiskus laut einer Studie jährlich deutlich mehr als 2,7 Milliarden Euro. Alleine an entgangener Mineralölsteuer ergebe sich ein Betrag "in Höhe von mindestens 2,3 Milliarden Euro", heißt es in einem bislang unveröffentlichtem Gutachten der Forschungsstelle für fiskalische Effekte internationaler Steuerdifferenzen am Institut für Finanzen der Universität Leipzig, wie die "Passauer Neue Presse" berichtet.

In einer Vorgängerstudie von 2004, die die Situation vor der EU-Osterweiterung analysierte, sei lediglich von 1,5 Milliarden Euro die Rede gewesen, schreibt die Zeitung. Die zusätzlichen Verluste an Mehrwertsteuer durch Tanktourismus belaufen sich demnach jährlich auf 425 Millionen Euro. Hinzu kämen Verluste an Gewerbe- und Einkommensteuer, sowie die Verluste auf Verbundprodukte, die statt in Deutschland durch den Tanktourismus ebenfalls im Ausland beschafft würden, wie etwa Tabakwaren.

Über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 18 Prozent heißt es in der Studie, dies wirke sich aus "wie eine weitere Stufe der Ökosteuer". Unmittelbar nach Erhöhung der Mehrwertsteuer werde sich "ein deutlicher Anstieg des Tanktourismus im grenznahen Gebiet" ergeben, warnt die Studie.