Forderung nach mehr Verantwortlichkeit in der Werbewirtschaft

"Kinderlebensmittel"

Die Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken forderte am Montag eine Diskussion über die Verantwortung der Werbewirtschaft. Dies sei nicht nur beim Thema Tabak, sondern auch besonders im Lebensmittel-Bereich in Hinblick auf Kinder und Jugendliche angebracht. Nach Informationen von Höfken wurden im Jahr 2004 allein Schokolade und Zuckerwaren mit rund 550 Millionen Euro beworben. Das sei mehr als das zehnfache, was die Bundesregierung für Ernährungsaufklärung aufbringen könne. Im Gesundheitsbereich entstünden derweil nach neuesten Untersuchungen jährlich weit über 71 Milliarden Euro an Folgekosten für ernährungsmitbedingte Erkrankungen.

Seit Jahren versuchten Regierung, Gesundheitsämter, Ärzte und Krankenkassen, diesen stark steigenden Kosten entgegenzuwirken. Ihre Anstrengungen würden aber durch die Werbung für sehr zucker- und fetthaltige Produkte konterkariert.

"Es ist definitiv irreführend, wenn Nutella als gesundes Milchprodukt angepriesen wird", so Höfken. Es müsse dort andere Regelungen geben, "wo große Unternehmen immer stärker Kinder in den Focus der Werbung nehmen, Gefahren verharmlosen oder Eltern falsche Gesundheitsversprechen machen". Die meisten "Kinderlebensmittel" seien nach Testberichten eher Süßigkeiten, die von Eltern teuer im Glauben gekauft würden, etwas Gutes für die Kinder zu tun. Das Gegenteil sei allerdings der Fall.

Höfken bekundete ihre Unterstützung für die "Anstrengungen der Europäischen Kommission", die Verordnung zu "Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben" auf den Verpackungen durchzusetzen.