Strompreis entzweit BDI

Streit im Industrieverband

Die anhaltende Diskussion über die hohen Strompreise in Deutschland haben nun auch innerhalb des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) zu einem heftigen Streit geführt. Der Vorsitzende des Energieausschusses, Werner Marnette, ist - laut Wirtschaftspresse auf Betreiben der großen Stromkonzerne - von seinem Amt zurückgetreten, weil er die Interessen der Energiekonzerne in dieser Frage nicht vertreten habe. Angesichts dieses Rücktritts fordert der Bundesverband der Verbraucherzentralen "eine Begrenzung der Marktmacht der deutschen Strommonopolisten."

"Die vor allem von den vier Vorstandsvorsitzenden der Energieversorgungsunternehmen geäußerte Erwartung, als Vorsitzender des BDI- Energieausschusses müsste ich mir eine größere Zurückhaltung in der Sache auferlegen, deckt sich weder mit meiner Überzeugung noch mit meinen Absichten", schrieb Marnette in einem persönlichen Brief an den BDI-Präsidenten Thurmann, den das "Financial Life Magazine" zitiert. Er verwies in seinem Brief weiterhin darauf, dass sich die anhaltend hohen Strom- und Gaspreise immer mehr zu einer unerträglichen Belastung besonders der energieintensiven Unternehmen entwickelt hätten.

Den Rücktritt Marnetted bezeichnet der Fachbereichsleiter beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, Dr. Holger Krawinkel als besorgniserregendes Signal. "Offenbar geben jetzt auch beim BDI die Stromkonzerne den Ton an." Egal wie die künftige Regierung aussehe: Die Marktmacht der Stromkonzerne müsse - so Krawinkel weiter - ebenso ein Ende haben wie die enge Verzahnung zwischen Politik und Energiewirtschaft.