Erdöl-Blockade in Ecuador führte zu Abkommen

Erneute Blockaden möglich

In Ecuador ist nach der fast vierzehntägigen Blockade des Erdöltransportes ein Abkommen zwischen den Streikenden der Provinzen Sucumbios und Orellana, der eucadorianischen Regierung und dem US-Ölkonzern Oxy ausgehandelt worden. Damit ist der Streik vorerst beendet und der Ausnahmezustand aufgehoben. Die Unternehmen sicherten nach den viertägigen Verhandlungen zu, in den beiden Förderprovinzen Sucumbíos und Orellana im entlegenen Nordosten des Landes mehr Geld zu sparen zu investieren. Von den 25 Prozent Steuern, die die Firmen auf ihre Einnahmen aus dem Öl-Geschäft zahlen, sollen künftig 16 Prozent direkt an die unterentwickelten Provinzen im Amazonasbecken abgeführt werden. Damit sollen lokale Gesundheits-, Umwelt- und Erziehungsprojekte finanziert werden.

Außerdem verpflichteten sich die Unternehmen, den Bau von 260 Kilometern asphaltierter Straßen in den Provinzen zu bezahlen, künftig mehr Arbeitskräfte aus der Region einzustellen und verstärkt ortsansässige Firmen mit Aufträgen zu bedenken - eine zentrale Forderung der Blockade-Führer.

Gegenüber dem Korrespondenten von "fr-aktuell" sagte Edmundo Espindola, Bürgermeister einer der Ölstädte in der Provinz ecuadorianischen Sucumbíos: "Die Ölkonzerne haben uns zum ersten Mal zur Kenntnis genommen, und wir haben sie überzeugt, etwas zu tun".

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Adital wurde in den Provinzen kritisiert, dass in dem Abkommen nichts darüber stünde, wie mit etwaigen Schadenersatzforderungen der Unternehmen und Regierung gegenüber den Streikenden umgegangen werden solle. Gefordert wurde ferner ein Ende der Repressalien, die unter dem Ausnahmezustand begangen wurden und die Freilassung Hunderter Inhaftierter.

Konservative Kreise in Ecuador beklagten, dass die Regierung sich nach den Streik- und Blockadeaktionen erpressbar gemacht hätte.

Die Provinzen im Amazonasgebiet hingegen gaben den Regierungsvertretern zwei Tage Zeit, um die Unternehmen zu bewegen, ihre Zusagen umzusetzen. Bewege sich nichts, kündigen sie eine erneute Blockade an.