Atomkraftgegner protestieren gegen Zwischenlager Gorleben

"Leichtbauhalle"

Rund 150 Atomkraftgegner haben am Samstag die Zufahrt zum atomaren Zwischenlager Gorleben besetzt. Drei Aktivisten der Umweltschutzorganisation Robin Wood seien auf das Gelände vorgedrungen, teilte die Initiative x-tausendmal quer mit. "Wir erwarten von der neuen Bundesregierung – gleich welcher Couleur -, dass sie die Pläne beerdigt, Gorleben zum atomaren Endlager zu machen. Der Standort ist ungeeignet. Die Atommüll transporte nach Gorleben müssen gestoppt werden", forderte Bettina Dannheim von Robin Wood.

"Noch immer produzieren 17 Atomkraftwerke in Deutschland tagtäglich Atommüll, der für Millionen Jahre tödlich strahlt", so Robin Wood. Ein sicheres Endlager dafür gebe es nicht und kann es nach Auffassung der Umweltorganisation in Gorleben auch nie geben. "Der dortige Salzstock ist wegen mangelnder Dichtigkeit dafür nicht geeignet. Trotzdem beharren die Atomkonzerne darauf, den Müll für immer dort zu versenken."

Auf dem Zwischenlagergelände in Gorleben befänden sich in einer Leichtbauhalle – nur 300 Meter von der Endlagerbaustelle entfernt - schon jetzt 56 Behälter mit hoch radioaktivem Abfall. Die Genehmigung für den gefährlichen Transport der nächsten zwölf CASTOR-Behälter aus der französischen Plutoni­umfabrik La Hague liege bereits vor. Robin Wood rechnet mit einem nächsten Transport Mitte November. Etwa 100 weitere Behälter mit Glaskokillen sollen offenbar in den nächsten Jahren folgen.

"Nicht in Sicht ist, dass sich die Atompolitik nach der Bundestagswahl endlich bessert", so Robin Wood. Die Organisation fordert "den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie". Der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke blockiere die dringend notwendigen Investitionen in den Ausbau der erneuerbaren Energien aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. "Der persönliche Atomausstieg ist hingegen schnell und einfach machbar", so Dannheim. "StromkundInnen können der Atomlobby den Rücken kehren und zu einem Öko-Stromanbieter wechseln."