Weltrat für Erneuerbare Energien vermisst politische Umsetzung

"Frei von Konsenssucht"

Gut ein Jahr nach der Internationalen Regierungskonferenz für Erneuerbare Energien ("Renewables") in Bonn vom Juni 2005 zieht der Weltrat für Erneuerbare Energien (World Council for Renewable Energy, WCRE) eine nüchterne Bilanz: Nach den zahlreichen Aktionsprogrammen und Erklärungen zugunsten Erneuerbarer Energien vermisst der Weltrat die tatsächliche Umsetzung. In einem Aufruf heißt es, dass der Verbrauch von fossilen Energieträgern weltweit weiterhin schneller steige als die Verbreitung Erneuerbarer Energien. Weltweit würden jährlich weiterhin nur rund 5 Prozent der Investitionen im Energiebereich für Erneuerbare Energien ausgegeben.

Unter dem Motto "Keine Zeit mehr zu vergeuden" lädt der Weltrat für Erneuerbare Energien zu einer internationalen Konferenz ein. Die Weltversammlung für Erneuerbare Energien vom 26. bis 30. November 2005 in Bonn sei die Nachfolgeveranstaltung des Internationalen Parlamentarier-Forums und des Weltforums für Erneuerbare Energien 2004.

Unter Leitung von Hermann Scheer, Vorsitzender des Weltrates, Präsident von EUROSOLAR und Träger des Alternativen Nobelpreises, will die Konferenz diejenigen Akteure zusammenbringen, die sich für die vollständige Substitution konventioneller und atomarer durch Erneuerbare Energien einsetzen.

"Frei von diplomatischer Zurückhaltung und Konsenssucht", so der einladende Weltrat, solle die Veranstaltung energiepolitische Interessen- und Zielkonflikte debattieren.