NPD schwach, nur vereinzelt zweistellig

Bundestags-Wahl

Die rechtsextreme NPD hat ihr Wahlziel bei der Bundestagswahl am Sonntag deutlich verfehlt. Sie kam bundesweit nur auf 1,6 Prozent und wurde in den Übersichten nur unter "Sonstige" aufgeführt. In zwei Gemeinden in Sachsen und Brandenburg erreichte sie allerdings ein deutlich zweistelliges Ergebnis. In Einhardtsdorf-Schöna in der Sächsischen Schweiz gaben laut Landeswahlleitung 14,4 Prozent der Wähler ihre Zweitstimme für die Extremisten ab, das entspricht bei 1379 Wahlberechtigten 142 Stimmen. Für den Direktkandidaten der NPD, den Landtagsabgeordneten Uwe Leichsenring, stimmten 16,1 Prozent. Im gesamten Wahlkreis 159 lag die Zustimmung für die NPD bei 7,1 Prozent. Sachsenweit schaffte die Partei 4,9 Prozent und damit nur etwas mehr als die Hälfte ihres Ergebnisses der Landtagswahl vor einem Jahr.

Auch in der brandenburgischen Gemeinde Gröden schnitt die NPD zweistellig ab. Dort gaben laut Landeswahlleitung 14,1 Prozent der Wähler den Rechtsextremisten ihre Zweitstimme. Im gesamten Wahlkreis 65 (Elbe-Elster - Oberspreewald-Lausitz II) lag die Zustimmung für die NPD bei fünf Prozent. 5,3 Prozent der Wähler gaben der NPD-Kandidatin ihre Stimme. In keinem anderen der zehn Wahlkreise Brandenburgs erhielt die rechtsextreme Partei mehr Stimmen. Brandenburgweit kam sie auf 3,2 Prozent.

Im Wahlkreis 65 hatte die NPD mit Unterstützung der DVU Wahlkampf-Aktivitäten konzentriert. Im Süden Brandenburgs war auch die rechtsextreme DVU bei der Landtagswahl 2004 vergleichsweise stark. In Gröden kam sie damals auf 22,4 Prozent. Nach Absprache mit der NPD verzichtete die DVU darauf, bei der Bundestagswahl anzutreten. Sie ist mit sechs Abgeordneten im Landtag vertreten.

Die NPD hatte mit einer aggressiven Kampagne gerade Erstwähler ansprechen wollen. Die "sonstigen" Parteien wurden zwar von den 18- bis 24jährigen rund doppelt so häufig gewählt wie im Durchschnitt. Doch das schwache Abschneiden der Rechten reichte nicht einmal für eine Aufstellung, ob die Jungwähler die NPD oder eine andere der kleinen Parteien gewählt haben.