Wirtschaftsforscher kümmern sich um Politik

Koalitionsfrage

Die großen Wirtschaftsforschungsinstitute geben heutzutage nicht nur Empfehlungen für die Tagespolitik ab. Jetzt zerbrechen Sie sich auch schon den Kopf darüber, welche Koalition die Parteien in Berlin eingehen sollten. "Ich halte eine große Koalition aus SPD und CDU/CSU für stabiler als eine schwarz-gelb-grüne Jamaika-Koalition", sagte Joachim Ragnitz vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) dem "Tagesspiegel". Auch der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, hält eine große Koalition für handlungsfähiger. Ob sie allerdings zustande komme, sei angesichts der sehr unterschiedlichen Mentalitäten von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) fraglich.

Noch skeptischer zeigte sich das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI). "Die großen Parteien haben im Wahlkampf so unterschiedliche Positionen vertreten, dass sie sich auf viele Kompromisse einlassen müssten, die eher faul als konstruktiv wären", sagte RWI-Präsident Christoph Schmidt. Er könne sich daher vorstellen, dass eine große Partei mit zwei kleineren Koalitionspartnern eine bessere Politik machen würde.