CDU-Arbeitnehmerflügel will mehr soziale Wärme "vermitteln"

Von Werk- und Parkbänken

Der CDU-Arbeitnehmerflügel will die Parteispitze dazu drängen, bei der Regierungsbildung mehr auf die "Vermittlung sozialer Wärme" zu achten als im Wahlkampf. Der Bremer CDA-Chef Rainer Bensch sagte der "Berliner Zeitung": "Wir dürfen nicht die bessere FDP werden." Er kündigte für die Sitzung des CDA-Bundesvorstands an diesem Freitag eine kritische Analyse des Wahlkampfs an. "Es hat im Kompetenzteam jemand gefehlt, der sich um die Arbeitnehmer kümmert", sagte er.

Die CDA hätte in vorderster Front in das Schattenkabinett eingebunden werden müssen. Zudem sei das Wahlprogramm der Union nicht klar genug vermittelbar gewesen. "Wir brauchen einfache, präzise Botschaften", sagte Bensch. Persönliche Schuldzuweisungen werde es auf der CDA-Sitzung nicht geben.

Der CDA-Vorsitzende von Niedersachsen, Max Matthiesen, sagte der Zeitung, die Union müsse deutlich machen "dass es dem Normalverdiener nicht ans Leder geht". "Von Reformen müssen alle etwas haben, Wirtschaft und Arbeitnehmer", sagte Matthiesen.

Ulrich Schacht, CDA-Chef im Saarland, betonte: "Wir haben die Wahl an den Werkbänken und auf den Parkbänken verloren." Weder Arbeitnehmer noch Rentner hätten die Union in ausreichendem Maße gewählt. Wahlen müssten in der Mehrheit der Bevölkerung gewonnen werden, allein die Mobilisierung des Mittelstand sei nicht ausreichend.