Hungerstreikende Gefangene der USA in Guantánamo in kritischem Zustand

Menschenrechte

Mehrere hungerstreikende Gefangene im US-Lager Guantánamo auf Kuba befinden sich nach Angaben von Amnesty International in kritischem Zustand. Die Menschenrechtsorganisation beruft sich auf Berichte von Anwälten, die das Lager kürzlich besucht hatten. Das Lager soll unzureichend ausgestattet sein, um die Hungerstreikenden angemessen medizinisch zu betreuen. Mehrere Gefangene seien in ihren Zellen kollabiert und hätten Blut erbrochen. Amnesty fordert, dass die Gefangenen von unabhängigen medizinischen Experten untersucht werden dürfen.

"Das US-Militär verharmlost den Hungerstreik systematisch, um internationale Kritik zu vermeiden", sagte Ferdinand Muggenthaler, USA-Experte von Amnesty international. "Erst leugneten sie noch zwei Wochen nach dem Beginn des Hungerstreiks im Juli, dass es einen solchen überhaupt gibt. Jetzt spielen sie die Zahl der Hungerstreikenden und ihren ernsten Zustand herunter. Das beweist wieder einmal, wie undurchsichtig die Politik und Praktik des ‚Kriegs gegen den Terror’ ist."

Am Hungerstreik sollen laut Amnesty rund 210 Gefangene teilnehmen. Das US-Verteidigungsministerium spricht von lediglich 36 Gefangenen.