Usbekin Tamara Chikunova mit Menschenrechtspreis ausgezeichnet

Todesstrafe & Folter

Die Usbekin Tamara Chikunova ist am Sonntag mit dem Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis ausgezeichnet worden. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) betonte in der Nürnberger Oper, die Gründerin der Organisation "Mütter gegen Todesstrafe und Folter" habe mit ihrem unermüdlichen Einsatz dazu beigetragen, dass Opfer von Menschenrechtsverletzungen nicht vergessen würden und die Todesstrafe in Usbekistan abgeschafft werde. Dabei habe sie sich durch Drohungen nie einschüchtern lassen und Öffentlichkeit für die Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land geschaffen.

Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) würdigte Chikunova als Persönlichkeit, die in vorbildlicher Weise und ungeachtet aller persönlichen Risiken in ihrem Heimatland für die Menschenrechte eintrete.

Die 1948 geborene Usbekin hatte die Organisation "Mütter gegen Todesstrafe und Folter" gegründet, nachdem im Juli 2000 ihr Sohn in Usbekistan hingerichtet worden war. Er war den Angaben zufolge zu Unrecht beschuldigt worden, zwei Menschen umgebracht zu haben.

Der mit 15.000 Euro dotierte Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis soll ein Symbol dafür sein, dass von der ehemaligen Stadt der nationalsozialistischen Reichsparteitage und der NS-Rassegesetze "in Gegenwart und Zukunft nur noch Signale des Friedens und der Völkerverständigung ausgehen".