Umweltchemikalien sollen Hormonhaushalt stören

Deformierte Geschlechtsteile

Umweltchemikalien stören nach einem Bericht der Zeitschrift natur+kosmos den Hormonhaushalt von Mensch und Tier. Vor allem Fische sollen unter den Substanzen leiden. Dem Bericht zufolge haben immer mehr Männchen deformierte Geschlechtsteile. Im Thuner See in der Schweiz, aber auch in England hätten Angler unterhalb von Kläranlagen transsexuelle Fische gefangen. In hessischen Yachthäfen gingen Barsche mit vergrößerten Hoden ins Netz. Für den Menschen seien das Alarmsignale, denn Fische gälten als Frühwarnsysteme.

Unter dem Verdacht "hormonaktiv" zu sein, stehen insgesamt 553 Substanzen, die derzeit in einem Forschungsprogramm der Europäischen Union untersucht werden. Hormonpräparate, Weichmacher und Pestizide könnten nach Ansicht der Autoren auch dafür verantwortlich sein, dass die Pubertät von Mädchen immer früher einsetzt oder die Spermaqualität von Männern nachlässt.